St. Barbara

Unsere Filialkirche St. Barbara an der Infanteriestraße 15 ist der Hl. Barbara geweiht.

St. Barbara – München

regelmäßig finden in St. Barbara Gottesdienste statt:

  • Sonn-und Feiertage 11.00 Uhr Gottesdienst
  • Jeweils beginnend ab Freitag, 08.05.2020 wöchentlich um 17.00 Uhr Friedens- und Versöhnungsgebet von Coventry
    (Während der österlichen Bußzeit Kreuzweg mit Versöhnungsgebet an verschiedenen Orten!)
Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren

Friedensgebet in St. Barbara

 

Weitere Termine sind dem Wochenblatt und dem Kalender zu entnehmen.

Herzlich Willkommen!

Ab 2019 fanden umfangreiche Renovierungen in der Kirche statt. U.a. wurde der Dachstuhl und der Glockenturm erneuert. In einem weiteren Schritt werden die ursprünglichen Seiteneingänge wieder geöffnet werden.

Die Kirche ist geöffnet am Freitag Nachmittag zum Friedensgebet und an Sonn- und Feiertagen zu den Gottesdiensten.

Am Schriftenstand gibt es Informationen u.a. auch zu einem Actionbound, der mit einem Smartphone genutzt werden kann und in einem kleinen Quizspiel Interessantes zur Kirche bereithält.

 

Geschichte der Barbara-Kirche

Die Geschichte der Kirche reicht zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Notkirche

Um 1900 war die Verlegung der Kasernen aus der Innenstadt zum Oberwiesen- und Marsfeld weitestgehend abgeschlossen. Auf dem Areal gab es mehrere Kasernen, so z.B. die „Luftschifferabteilung der königlich-bayerischen Armee (Barbar-/Ecke Hessstraße); die Eisenbahnerkaserne an der Dachauer Str. 126“. Auch die Straßennamen, manche Denkmäler und der Parklizenzbereich „Kasernenviertel“ erinnern noch heute daran.

Zur Sicherstellung der religiösen Betreuung der Soldaten wurde eine Kirche benötigt. So wurde die 1901 zur Unterbringung von Bekleidung errichtete Lagerhalle (sie reichte bis zur Hessstraße) zu Beginn des 1. Weltkriegs z.T. in eine Not-Kirche umfunktioniert.

Innenansicht der Barbarakirche im Jahre 1953

Garnisonskirche

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Notkirche 1922/1923 durch Divisionspfarrer Balthasar Meier zu einer Garnisonskirche umgebaut. Die ursprüngliche Lagerhalle wurde verkleinert und das Obergeschoss bis zur Höhe der Orgel abgetragen, so dass sie den Charakter einer Hallenkirche erhielt. Insgesamt dürfte der Bau auf etwa 9 Millionen Mark gekommen sein. Jedoch klaffte während des Baustadiums eine erhebliche Lücke. Diese konnte durch eine Millionen-Spende des Hl. Vaters (Papst Pius XI) überwunden werden. Eine Inschrift erinnert noch heute daran.

Grundstein in der Barbarakirche

Der Text auf der Marmortafel trägt folgende Inschrift: St. Barbara A-D 1922-23 erbaut 4.2.1923 konsekriert. Zum Gedächtnis ihren Wohltätern Pius XI. PPBalthasar MeierDiv. Pfarrer VNDerzb. geistl. Rat. Als Gründer K-Goebel-Bauerat als Erbauer Georg burtscher Klein Sedlitz in SA. Maurerstunde 25 Mark. Baubeginn/Bauende 1400 MKIII Koen 93. Die Inschrifttafel wird außerdem von folgendem Text einbegrenzt: Als Wohnen in den Hütten der Sünder viel leiber will ich als der Geringste im Hause meines Gottes sein.

Weihe

Die Kirche wurde am 04.02.1923 von Kardinal Michael von Faulhaber, dem damaligen Erzbischof von München und Freising geweiht. Die Weiheurkunde ist noch erhalten:

Text in lateinischer Sprache:
Anno Domini MCMXXIII die 4 mens. Februarii quae fuit Dom in Sexagesima in divitate Monachii
Ego Michael Cardinalis de Faulhaber Archiepiscopus Monacensis et Frisingensis consecravi ecclesiam hanc et altare
majus in ea in honorem S. Barbarae Virg. et Mart. et Reliquias Sanctorum Martyrum S. Pacifici, S. Justi et S. Columbae
in eo inclusi, et singulis Christi fidelibus hodie unum annum et in die anniversario consecrationis hujusmodi ipsam visitantibus

Weiheurkunde

Der Text der Urkunde lautet übersetzt:
Im Jahre des Herrn 1923, Tag 4 des Monats Februar …in der göttlichen Gnade in München
Ich Michael Kardinal von Faulhaber Erzbischof von München und Freising habe diese Kirche und den größeren Altar in ihr
Ehre der hl. Jungfrau und Märtyrerin Barbara geweiht und ich habe Reliquien der hl. Märtyrer Pacificus, Justus und Colomba
in diesem eingeschlossen und ich habe ein Jahr den einzelnen heute Christusgläubigen und denen, die am Jahrestag der Weihe
auf diese Art dieselben besuchen, hundert Tage von der wahren Gnade in der für die Kirche gewohnten Form zugestanden.

Auszug aus dem Bayerischen Kurier vom 05.Februar 1923
..Mitten im militärischen Viertel Münchens auf Oberwiesenfeld, eingeschoben in militärische Zweck- und Rotbauten,
erhebt sich jetzt die Pfarrkirche der Münchener Militärgemeinde, …

 

Enteignung

Am 1. November 1940 wurde Kirche und Grundstück von den Nationalsozialisten enteignet und fielen der Wehrmacht zu. Sie blieb aber Sitz des Militärpfarrers. Als Militärgeistliche waren u.a. eingesetzt: Balthasar Maier, Wehrkreispfarrer Dekan Lang, Standortpfarrer Innerhofer, Widemann, Dr. Müller sowie im Nebenamt als Militäpfarrer der spätere Mrsg. Wilhelm Bleyer. Aus der Zeit des Krieges berichtete Wilhelm Bleyer in einer Ansprache:

Im Laufe der Kriegsjahre sah ich bei Vereidigungs- und Abschliedsgottesdiensten Tausende von Soldaten, vom einfachen Rekruten bis zum hohen Offizier, die hier vor dem Ausrücken an die Front ihre Gebete verrichteten. Mit der Zeit fanden sich in unserer Kirche auch kriegsgefangene Priester verschiedenster Nationen ein, um hier die hl. Messe zu zelebrieren. Von St. Barbara aus wurden auch die Gottesdienst für die im „Franzl“ (Gefängnis) in der Leonrodstraße Untergebrachten durchgeführt. Mancher von Ihnen suchte hierbei Trost vor seiner Hinrichtung.

 

Wilhelm Bleyer

übernimmt 1947 das Kirchenrektorat von St. Barbara. Unter seiner Leitung wächst eine treue Gottesdienstgemeinde zusammen. 1950 ist es ihm, dem Stadtpfarrer a.D., dank seines zähen Verhandlungsgeschickes gegenüber dem Freistaat Bayern gelungen, dass St. Barbara weiterhin bestehen bleibt. Eine Kirchenstiftung St. Barbara wird wieder eingerichtet.
Am Patroziniumstag, 4. Dezember 1983, stirbt Monsignore Bleyer. Sein ständiger und innigster Wunsch soll uns als verpflichtendes Vermächtnis gelten: „Bleibt der Barbarakirche weiterhin treu! Sie muss erhalten bleiben!“

Polnische Gemeinde

In den Jahren 1944/45 erlitt das Kirchengebäude mehrmals Beschädigungen durch Bomben. Nach Behebung der Schäden wurde die Kirche von polnischen Katholiken und Pfarrangehörigen gemeinsam genutzt. Füe etwa 3.000 polnische Christen (ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und KZ-Priester) war sie lange Zeit das Zentrum ihres religiösen Lebens.
Aus dieser Zeit stammen auch zwei Glasfenster in der Kirche: eines zeigt die Mutter Gottes und eines den Patron der polnischen Gemeinde, den heiligen Andreas Bobola.
Diese beiden Glasfenster werden im Laufe des Jahres 2020 wieder neu in einem Altar zur Geltung kommen. Dieser bei uns recht unbekannte Heilige

 

Der heilige Bobola

Dieser bei uns recht unbekannte Heilige wurde von der polnischen Pfarrei Münchens, die in den Jahren 1945 bis 1978 in St. Barbara beheimatet war, als Patron gewählt. Da die Barbarakirche für den Ansturm der Gläubigen allmählich zu klein wurde, fand die polnische Gemeinde für ihre Gottedienste ab 1978 Heimat in St. Joseph in München Schwabing. Dort findet jeweils am Sonntag um 12.00 Uhr eine hl. Messe in polnischer Sprache statt.

Wer war nun dieser Heilige?

Andreas Bobola entstammte einer alten reichen böhmischen Adelsfamilie, die im 13. Jahrhundet nach Ostpolen ausgewandert war. Er kam im Jahre 1592 in der Strachocina Sandomierz (Grafschaft Sandomir, Polen) zur Welt. Andreas studierte ab 1606 an der Jesuitenschule in Braniewo (Braunsberg) trat 1611 als Novize einem von seinen Eltern dem Jesuitenorden in Vilnius (Wilna, Litauen) gestifteten Kollegium bei. 1623 wurde er zum Priester geweiht.

Er war in Nieswiez und Wilna, wo er auch die Marianische Kongregation leitete, als Seelsorger tätig und wurde Superior (Oberer) des Jesuitenklosters in Bobrujsk (Weißrussland). Als in Wilna die Pest ausbrach, fplegte er ohne Rücksicht auf sich selbst die zahlreichen Kranken, und blieb aber selbt – wie durch ein Wunder – verschont.

Seine Predigttätigkeit u.a. in Warschau und anderen Orten war weithin bekannt. Die Wirren der Reformation gingen aber auch an der katholischen Kirche in Polen nicht vorbei. Es gab auch krigerische Auseinandersetzungen mit Kosaken, Russen und Tataren. Auch das Verhältnis mit der russisch-orthodoxen Kirche war gespannt. Andreas brachte in den 20 Jahren seines Wirkens viele Menschen dazu, von der russisch-orthodoxen zur katholischen Kirche überzutreten. Dadurch zog er sich freilich auch den Hass calvinistisch eingestellter Fanatiker zu und musste aus Bobrujsk fliehen. In Perezdyl bei Janow (nahe Lublin, Polen) las er die Messe, als schismatische*) Kosaken auftauchten. Obwohl die Gläubigen noch versuchten, ihn auf einem Fuhrwerk in Sicherheit zu bringen wurde Andreas auf grausamste Weise gefoltert. Der Überlieferung nach wurde ihm dabei teilweise die Haut abgezogen, bevor er schließlich durch einen Säbelhieb am 16.05. 1657 getötet wurde.

Sein Leichnam wurde im nahen Pinsk beigesetzt. Als 1922 Truppen der Roten Armee sein Grab aufbrachen, stellte man fest, dass der Leichnam gut erhalten war. Nach Moskau gebracht wurden die sterblichen Überreste ein Jahr später wieder in Rom zurückgegeben. Heute hat er seine letzte Ruhestätte in Warschau gefunden.

Der Papst Pius IX. sprach Andreas 1853 selig. Von Papst Pius XI. wure er 1938 heilig gesprochen und zum Fürbitter für die Einheit der russisch-orthodoxen mit der katholischen Kirche ernannt. Nicht zufällig am 300. Todestag veröffentlichte Papst Pius XII. seine Enzyklika „Invicti athletae Christi“. Sein Festtag wird allgemein am 16.05 begangen (in Polen am 21.02.). Seit 2002 zählt er zu den Schutzheiligen Polens.

Die von polnischen Soldaten gestiftete Glocke

Glocke, die von der Polnischen Wachmannschaft gestiftet wurde.

Im Kirchturm hängt eine Glocke, die von polnischen Soldaten in der US Armee, der Polish Guard by US Army gestiftet wurde. Die Glocken in St. Barbara (insgesamt 3) werden noch immer per Hand geläutet.

Radio Free Europe

Von St. Barbara aus wurden auch an jedem 2. Sonntag bis 1978 die Gottesdienste in polnischer Sprache vom Sender Free Europe nach Polen übertragen.

Kardinal Karol Józef Wojtyla in St. Barbara

Im September 1974 erhielt die Kirche hohen Besuch. Es war der damalige Erzbischof von Krakau, Kardinal Wojtyla und spätere Papst Johannes Paul II. Im 20. Jahr seines Pontifikats (1998) wurde eine Tafel enthüllt, die an diesen Besuch erinnert und dadurch die besondere Verbindung der polnischen Katholiken mit dieser Kirche bekundet.

Verbundenheit

Von 1979 bis 1985 feierte die Polnische Gemeinde in St. Georg und schließlich ab 1985 in St. Josef bis heute ihre sonntäglichen Gottesdienste, weil St. Barbara für die Gemeinde zu klein geworden war. Traditionell wird aber nach wie vor jedes Jahr in St. Barbara zu den polnischen Feiertagen (03.Mai – Verfassung und 11.November – Unabhängigkeit) ein Festgottesdienst in polnischer Sprache gehalten.

Am 04. Dezember 1983 stirbt Monsignore Bleyer. Das Amt des Kirchenrektors übernimmt Übergangsweise Pfarrer Eder und schließlich ab 05. April 1984 ist Pfarrer Peter Höck Kirchenrektor von St. Barbara.

Seit Herbst 2011 sind in der Pfarrei Veränderungen eingetreten. Unser Kirchenrektor, Peter Höck wurde zum Pfarrvikar ernannt und bleibt für St. Barbara weiterhin zuständig. Das Amt des Kirchenrektors hat Pfarrer Sperrer übernommen.

Freisinger Christusbild

Das Altarbild in St. Barbara – Das Freisinger Christusbild von Prof Werner Kroener 1987

Den künstlerischen Auftrag Christi Auferstehung als Thema eines großen Altarbildes darzustellen hat Prof. Werner Kroener ganz zentral als Auseinandersetzung mit vorgegebenen Bildtraditionen  begriffen. Das formale Konzept des Werkes bassiert auf der Bildgattung und der sakralen Funktionsgeschichte des aus drei Tafeln (Triptychons) bestehenden Flügelaltars. Zusätzlich ergänzt wird dies durch eine vierte Tafel (unten). Die dominate Bildordnung verweist ebenso auf Grünewalds Isenheimer Altar, wie die Motive im einzelnen Erinnerungen an religiöse und profane Bildmuster bis hin zum geschichtsträchtigen, legendären Pressefoto freisetzen.

Die Figurengruppe der linken Bildtafel bezieht sich auf die Trauernden um Maria (Passionsbild bei Grünewald), sie erinnert aber auch an eine Gruppe von Soldaten auf einem berühmten Pressefoto vom Ende des Zweiten Weltkriegs, das die Hissung der amerikanischen Flagge auf der Pazifik-Insel Iwo-Jima zeigt.

Die rechte Bildtafel erinnert an den Engel, der nach der Zerstörung Dresdens vom Rathaus über die Altstadt hinabschaut, und nimmt Bezug auf die geborstenen Eisschollen, wie sie Caspar David Friedrich in seinem Gemälde „Das Eismeer oder die gescheiterte Hoffung“ in Szene gesetzt hat.

Im harten Kontrast dazu tritt im mittleren Bild in strahlender Helligkeit Christus aus der Dunkelheit. In der unteren Tafel ist eine hingestreckte Figur dargestellt, die Ruhe ausdrückt.

Attributsfenster der Hl. Barbara 2010

Eines von insgesamt fünf Attributsfenster der hl. Barbara

Die Attribute der hl. Barabara, wie sie auch in ihrer Skulptur am Chorbogen der Kirche zu sehen sind (Hostie und Kelch, Palme, Feuer, Schwert und Turm) waren Ausgangspunkt der Überlegungen und bestimmen die Farben der Fenster. In abstrakter, aber ein-leuchtender Kunst hat Frau Eva Reiser-Johanson durch die Gestaltung der Fenster mit der passenden Farbabstimmung dem Altarraum einen sakralen Charakter gegeben.

Nagelkreuzzentrum 09.11.2014

Die Canon for Reconciliation, the Reverend Doctor Sarah Hills, übergab als Vertreterin der Kathedrale von Coventry am 9.11.2014 das Nagelkreuz an unsere Kirche. St. Barbara ist damit ein Nagelkreuzzentrum von über 60 in Deutschland und ca. 200 weltweit. Inhaltlich leitet der dreiteilige Gedanke der Nagelkreuzgemeinschaft jedes Treffen:

  • die Wunden der Geschichte heilen
  • mit Verschiedenheit leben lernen
  • am Frieden arbeiten.

Nagelkreuz in der Barbarakirche

Der Stein:

Als Basis für das Nagelkreuz dient ein Stein aus dem Konzentrationslager Flossenbürg, damit man stets an die Gräultaten der damaligen NS Zeit erinnert wird.

Das Holz:

Zur Fixierung des Nagelkreuzes in dem Basisstein wurde ein Holz aus den alten Balken des Münchner Frauendoms genommen. Dies soll unsere Verbundenheit zu unserer Stadt München zeigen und dass hier die Nagelkreuzgemeinschaft München ihren Platz hat.

Das Kreuz:

Direkt aus Coventry kommend ist das Nagelkreuz, welches drei Balken-Nägel der zerbombten, alten Kathedrale von Coventry symbolisiert, dient es uns als Zeichen und Erinnerung, dass man Versöhnung ständig wach in den Köpfen der Menschen halten muss.

Mehr über die Nagelkreuzgemeinschaft erfahren Sie hier:

Marienaltar

Marienaltar ganz im Zeichen des Jugendstils

 

Der Marienaltar in St. Barbara wurde relativ spät, erst 2014 als Kunstwerk wieder neu endeckt und durch die Mayer’sche Hofkunstanstalt restauriert. In diesem Glasgemälde, in Bleiverglasung ausgeführt, wird Maria mit dem Jesuskind vor sich haltend dargestellt.

Im Hintergrund sind die Silhouetten von drei MünchnerKirchtürme zu sehen, links Heilig Geist und St. Peter und rechts die Türme der Frauenkirche. Im unteren Bereich ist ein Wappen mit weiß-blauen Rauten, flankiert von zwei Löwen angebracht.

Dieses Werk hat Augustin Pacher (geb. 2.1.1863, verstorben 27.3.1926) geschaffen. Er war der Sohn des Kgl.Chordirektors und Musiklehres Aloys Pacher, studierte von 1879 bis 1884 an der Kgl.Kunstgewerbeschule.

Einer seiner Lehrer war Leonhard Romeis, der Erbauer der St. Benno-Kirche. Pacher entwarf überwiegend Vorlagen für Glasfenster. Seien Werke sind vom Jugendstil geprägt, mitunter auch  früheren Stilrichtungen der Romantik, der Kunst der Nazarener und des Historismus angelehnt.

Die Leuchtkraft seiner farbigen Fenster zu einer Farbenharmonie wird durch Einbrennen der Farben auf die weiße Glasscheibe erreicht. Für viele Kirchen und Kapellen hat er Glasfenster geschaffen. Berühmt sind die 21 Kirchenfenster in St. Johann-Baptist in München-Haidhausen.

Von besonderem Interesse ist die Tasache, dass Kardinal von Faulhaber seine Privatkapelle 1923 mit Fenstern von Pacher ausstatten ließ.